Computergrafik am Franz-Ludwig-Gymnasium

 


Verfremden von Gesichtern

Einleitung

Wie auch an anderen Stellen gilt hier ganz besonders: es gibt nicht die eine Universallösung für ein angestrebtes Ergebnis im Bild. Die nachfolgenden Beschreibungen können nicht perfekt zu jeder Vorstellung und Arbeitsweise passen, sondern höchstens Anregungen sein. Picken Sie sich die Aspekte heraus, die Sie interessieren und bewahren Sie immer Ihre Kreativität für eigene Lösungsansätze. Es geht hier zwar um das Verfremden eines Gesichtes, aber viele der Techniken sind weitgehend auf andere Projekte übertragbar, die einem vorgegebenen Bild ein neues Aussehen verpassen sollen.


Diese Anleitung wurde mit einer inzwischen veralteten Version von Gimp erstellt, die Icons und der Aufbau der Oberfläche haben sich verändert.


Anleitung

Zum Bildmaterial

Ihr Rohmaterial sollte eine gewisse Mindestgröße besitzen, denn sonst sind manche Details wie Haare oder Hautstrukturen kaum zu verwirklichen. Das Gleiche gilt auch für eventuelle Ausrüstungsgegenstände oder Kleidungsstücke aus anderen Bildern. Achten Sie bitte immer auf Urheberrecht und Recht am eigenen Bild. Ihre eigenen Werke werden Sie nach viel Mühen auch nur ungern zum freien Kopieren verfügbar machen. Die betroffene Person muss, auch wenn die Bearbeitung ihr schmeicheln mag, mit der Bearbeitung einverstanden sein.


Bildmaterial findet man beispielsweise bei flickr oder anderen Bildportalen. Viele Bilder stehen dort unter sog. creative commons Lizenzen, die einem je nach Variante eine Verwendung zu kreativen Zwecken erlauben. Achtung: leider kommt es auch hier vor, dass unerlaubt kopierte Bilder unter dieser Rubrik eingestellt werden. Der Aufkleber „creative commons“ ist eine sehr hilfreiche Sache, aber er legalisiert nicht Diebesgut. Der beste Weg zum notwendigen Bildmaterial ist: selbst knipsen! Die beste Methode um das Recht am eigenen Bild zu achten ist: Sich selbst verfremden.


Zur Vollständigkeit sei noch einmal erwähnt: Bilder vor neutralem Hintergrund aufgenommen ersparen viel Leid beim Ausschneiden (Fachbegriff: Freistellen) der Einzelteile.

erste Korrekturen

Geschätzte Arbeitszeit: 1 Std


Je nach Qualität sollten Sie zunächst die Aufnahme bereinigen. Duplizieren Sie dazu im ersten Schritt die Hintergrundebene und arbeiten Sie in der Kopie, dann können Fehler mit Originalmaterial schnell korrigiert werden (ein Loch in die neu bearbeitete Ebene radieren und weg ist der Fehler).


Mit dem Verschmierwerkzeug (der Finger) können bei angepasster Deckkraft kleine Fehler im Bild bereinigt werden. Aber Vorsicht: wenn nicht geplant ist, dass die Struktur der Haut neu geschaffen wird, dann sollte hier nur sehr sporadisch und behutsam gearbeitet werden, denn sonst gehen Poren und andere Hautdetails verloren, die das Gesicht lebendig wirken lassen. Anders ist die Sache, wenn das Gesicht für ein Hochglanzmagazin vorgesehen ist oder wenn ein eher gemalter Eindruck des Endergebnisses gewünscht wird (wie in den Arbeiten des Autors oft der Fall).


Mit dem Verschmierwerkzeug (der Finger) können bei angepasster Deckkraft kleine Fehler im Bild bereinigt werden.

vorher

nachher

Aber Vorsicht: wenn nicht geplant ist, dass die Struktur der Haut neu geschaffen wird, dann sollte nur sehr sporadisch und behutsam gearbeitet werden. Sonst gehen Poren und andere Hautdetails verloren, die das Gesicht lebendig wirken lassen. Anders ist die Sache, wenn das Gesicht für ein Hochglanzmagazin vorgesehen ist oder wenn ein eher gemalter Eindruck des Endergebnisses gewünscht wird (wie in den Arbeiten des Autors oft der Fall).


Größere Schönheitsfehler lassen sich besser mit dem Stempel beheben (bei gedrückter Strg-Taste die Stelle anklicken, von der kopiert werden soll, dann an anderer Stelle malen). So kann mit Material aus dem Bild retuschiert werden. Da sind Pickel und andere Kleinigkeiten schnell verschwunden ohne das Gesicht scheinbar unter Make-up zu begraben.

Das Weichzeichnerwerkzeug kann ähnliches leisten, eignet sich aber bei Anwendung eher, um eine makellose Haut zu zaubern (Vorsicht: zuviel bedeutet ein Gesicht wie Barbie - aus Plastik, ähnlich wie schon angemerkt).


Mit einem weichen Pinsel (niedrige Deckkraft im Bereich 5% bis 20%, Größe je nach Situation anpassen) kann man die Haut weiter perfektionieren. Nehmen Sie dazu mit der Strg-Taste und Mausklick passende Farben direkt aus dem Gesicht auf. So können Unschönheiten abgedeckt werden (vergleichbar mit Puder) aber vor allem kann mann Falten oder auch andere Details abmildern oder aber verstärken. Sollte durch diese Arbeiten die Haut zu Matt wirken ist das unproblematisch, Glanzlichter und Schatten nimmt man sich am Besten zum Schluss noch einmal vor.

Haarausfall

Geschätzte Arbeitszeit: 1/2 Std


Wenn Sie eine neue Frisur planen, so sollten Sie auf die kahle Kopfform zurechtschneiden (mittels Auswahlen, die entfernt werden oder durch radieren) und die noch sichtbaren Haare mit Hauttönen und hoher Deckkraft übermalen (da später wieder Haare „gepflanzt“ werden ist die Genauigkeit nicht so entscheidend).




Von Abänderungen des Hauttons sollte man noch Abstand nehmen, das lässt sich später viel besser auf die jetzt noch gar nicht vorhandenen Elemente abstimmen. Auch wenn das Gesicht, noch etwas auf den Hintergrund geklebt aussieht: Eile mit Weile, das geht später, wenn die Grundstruktur stimmt.


Gesichtsform und Mimik

Geschätzte Arbeitszeit: 15 min

Ohren: ca. 20 min zusätzlich


Je nach Zielsetzung könnten eine oder mehrere der folgenden Techniken nützlich sein: Durch ein Skalieren des gesamten Bildes oder einer passenden Auswahl kann dieses eher verbreitert oder verlängert werden.


Details wie eingefallene oder fleischige Wangen, spitze Ohren sind eine Aufgabe für den Pinsel oder für den Verzerrungsfilter I-Warp (unter Filter-Verzerrung). Wenn nur verformt werden soll ist I-Warp erste Wahl, man sollte jedoch immer vor dessen Einsatz eine grobe Auswahl um den zu bearbeitenden Abschnitt ziehen, denn I-Warp braucht einige Rechenzeit, die man so verringern kann.


Bei Änderungen an der Mimik sollte man noch behutsamer vorgehen, sonst erhält man schnell eine Grimasse. Ein Spiegel und das eigene Gesicht sind hilfreich, um festzustellen welche Gesichtspartien sich für einen bestimmten Ausdruck bewegen müssen. Oft entscheiden einige Pixel Verschiebung zwischen grimmig oder amüsiert.


Wenn etwas Neues hinzugefügt werden soll (wie z.B. die spitzen Ohren) dann ist der Pinsel oder der Stempel meist die bessere Wahl, da I-Warp auch verschmiert. Dabei sollte der Pinsel mit sehr hoher bis maximaler Deckkraft und unter ständigem Aufnehmen von passenden Farbtönen aus dem Bild benutzt werden. Ein klein wenig Verwischen sorgt dann für glatte Übergänge.


Augen

Geschätzte Arbeitszeit: 2 Std


An dieser Stelle geht es um vollständig neu geschaffene Augen, ein einfaches Umfärben sollte für den Fortgeschrittenen kein Problem mehr sein. Es wird auch so mancher Kniff erklärt, der an anderer Stelle nützlich ist.


Bei der Erstellung von neuen Augen sind einige Ebenen notwendig. Um im Voraus für Überblick zu sorgen ist nebenstehend die Struktur dieses Ebenenstapels dargestellt. Die Ebene Pupillenmitte kann am Ende verworfen werden Pupille, Iris und Skleren können am Ende zu einer Ebene verbunden werden.


Als erstes sollte das Bild selbst dupliziert werden (ergibt die Ebene "Gesicht"). Dann markieren Sie in in einer eigenen Ebene die Pupillenmitten, um später richtig zu positionieren. Auch für ein späteres Ändern der Blickrichtung ist dieser Schritt sinnvoll, man kann dann vorher die Ebene mit den Pupillenmitten etwas verschieben und erreicht den korrekten Abstand.


Zwischen die beiden Ebenen mit dem Gesicht fügen Sie die Ebene für die Skleren (das Weiß der Augen) ein. Füllen Sie diese mit einem sehr hellen Farbton im Bereich Beige bis Rosé. Danach kann mit dem Radierer oder mittels Ebenenmaske aus der Gesichtsebene das alte Auge entfernt werden.


Mit einem feinen Pinsel können auf die Skleren feine Äderchen gemalt werden. Hier sollte man behutsam vorgehen, denn zu kräftige Adern wirken schnell bedrohlich oder zornig (aber vielleicht ist ja genau das Ziel der Übung).


Die Iris in ihrer Basisform ist ein ausreichend großer Pinsel und muss unbedingt in einer eigenen Ebene liegen. Die Größe sollte sich am Original orientieren, es sei denn man ist auf Spezialeffekte aus (ein wenig größer für Cinderella, deutlich kleiner für Orks).


Für die Pupillen gilt das gleiche. Allein die Größe der Pupillen kann den Charakter der Augen stark beeinflussen: bei Wut oder Zorn sind die Pupillen verengt, große Pupillen wirken romantisch, verträumt (oder besoffen). Wer es gern gruslig hat kann Schlangenaugen oder Schlimmeres produzieren.

Für die Feinarbeit an der Iris sollte man die entsprechende Ebene auf Transparenz erhalten schalten (im Fenster Ebenen, Kanäle, Pfade), dann werden nur bereits bemalte Bereiche der Ebene verändert. Zu intensive oder zu helle Farben wirken schnell unnatürlich. Am Rand und zur Pupille hin ist die Iris meist etwas dunkler getönt.


In einem zweiten Durchgang kann man den Lichteinfall auf die Iris (siehe Skizze) simulieren, indem man senkrecht zur Lichtrichtung einige aufhellende Striche setzt. Dieser kleine Effekt trägt entscheidend zur Natürlichkeit bei. Bei schwacher Beleuchtung kann man ihn aber auch weglassen.


Das Integrieren der Augen in den Rest besteht aus den Entscheidenden Punkten: Schatten, Licht und Kantenglättung. Dies sind auch die typischen Punkte, die entscheiden, ob ein anderes Objekt sich glaubhaft in das Bild integriert.


In einer neuen Ebene über der Pupillenebene wird der Schatten erzeugt. Benutzen Sie dazu einen weichen Pinsel und sehr geringe Deckkraft. Durch wiederholtes Überstreichen der passenden Bereiche kann man behutsam abdunkeln. Nicht nur die Oberkante, sondern auch ein wenig im unteren Bereich und in den Augenwinkeln.

Für eine noch bessere Integration des Auges können die Schnittkanten ein klein wenig weichgezeichnet werden (wohl dem, der hier nur in der Ebenenmaske arbeiten muss.


Die Position der Glanzlichter (in einer neune Ebene) kann man vom Original übernehmen oder frei gestalten. Position, Helligkeit und Schärfe hat entscheidenden Einfluss auf die Wirkung:  Glanzlichter nahe am unteren Lid suggerieren Tränen, weiche Glanzlichter wirken sanft. Auf den Pupillen können Glanzlichter einen verträumten Ausdruck vermitteln oder als kleine Lichtpunkte äußerst bedrohlichen wirken.


Haare

Geschätzte Arbeitszeit: 2 Std und mehr


Ob Sie nur eine leichte Veränderung der vorhandenen Frisur, oder eine völlige Rundumerneuerung planen, ist von der grundlegenden Technik her nicht sehr unterschiedlich. Meistens genügt es, die Haare in einer eigenen Ebene über die Kopfebene zu legen, bei dünnem Haar kann es sinnvoll sein, auch noch eine Haarebene hinter dem Kopf anzulegen.


Ohne ein Grafiktablett ist an dieser Stelle das Zeichnen von Haaren fast unmöglich.


Für das grobe Festlegen der Frisur eignet sich ein dickerer Pinsel, noch besser aber ein solcher, mit mehreren Punkten oder ein „poröser“ Querschnitt. Diese grobe Vorform mit niedrigerer Deckkraft kann als Grundierung dienen.


Selbst einzelne Strähnen haben nicht durchgehend eine Farbe durch Ausbleichen der Spitzen oder den Lichteinfall. Am besten legt man sich abseits vom Kopf eine Palette mit Haarfarben ins Bild (mit großem weichen Pinsel etwas übereinander geschmiert), von der man immer wieder neue veränderte Töne aufnehmen kann (Strg + Klick bei Arbeit mit dem Pinsel). Jetzt folgt der arbeitsintensivste Durchgang mit sehr dünnen Pinseln (wenige Pixel) und leicht reduzierter Deckkraft (80 % - 90 %), damit die Haare nicht wie Drähte oder Plastik wirken, sondern etwas durchscheinen.





Munter drauf los malen ist sinnvoller, als jedes einzelne Haar sorgfältig und langsam zu zeichnen. Kleine Ausrutscher oder Farbfehler sind leicht durch Überstreichen zu korrigieren. Dafür eignet sich auch der Wischfinger bei hoher Deckkraft aber feiner Spitze (identisch zum Pinsel).


Stimmt der Farbton der Haare insgesamt nicht genau oder fügen sich die Haare noch nicht so recht ins Bild ein, so sollte man nicht zu sehr durch das Malen einzelner Haare korrigieren. Auch hier ist korrektes Licht und der fehlende Schatten oft der entscheidende Punkt.


Je nachdem ob man romantisch glänzende Strähnen im starken Licht, eher natürlich wirkendes Haar bei moderatem Licht oder ungewaschene Borsten wünscht können Glanzlichter über die Haare gelegt werden. Dafür empfiehlt sich eine eigene Ebene. Haare besitzen zwei verschiedene Arten von Glanzlichtern: die einen entsprechen der Lichtfarbe und entstehen an der Oberfläche des Haares. Die anderen liegen an anderer Stelle und entstehen durch Reflexion im teiltransparenten Haar. Besitzen also dessen Farbton, nur deutlich heller.


Bei unverändert dünnem Pinsel und mit niedriger Deckkraft kann das jeweilige Glanzlicht gezielt herausgearbeitet werden. Alternativ könnte auch eine Ebene im Modus Aufhellen benutzt werden, oder man geht mi dem gleichen Modus mit dem Pinselwerkzeug direkt auf die Haare los.

Eine vollständige Lichtanpassung geschieht meist erst am Schluß der Verfremdung, aber die Haare können schon hier besser ins Bild integriert werden, wenn sie Schatten werfen. Ähnlich wie bei den Augen kann in einer eigenen Ebene zwischen Haaren und Kopf behutsam der Schatten eingearbeitet werden. Erstellt man davor eine Auswahl in Kopfform (Rechtsklick auf die Kopfebene im Ebenenfenster und dort Auswahl aus Alphakanal), dann landen die Schatten auch nur dort, wo sie sein sollen.


Details der Haut

Arbeitszeit: bis zu 2 Std


Besser als viel theoretische Beschreibungen ist hier (wie so oft) intensive Betrachtung geeigneter Subjekte (Banknachbar, die eigene Haut im Spiegel, etc.. Die folgenden Beispiele vermittlen vielleicht ein paar Ideen zur Technik.

Falten

In einer eigenen Ebene kann man mit einem dünnen, relativ weichen Pinsel die Falten vorsichtig einzeichnen. Dazu sollte man einen Farbton aus dem Gesicht aufnehmen und diesen ein gutes Stück abdunkeln. Um ein ständiges Nachsteuern der Farbe unnötig zu machen kann man die Faltenebene auf Multiplizieren schalten, denn dann sind die Linien immer dunkler als der Untergrund. In diesem Fall funktioniert ein heller Hautton mit geringer Sättigung besser. Eventuell kann man die Falten mit dem Wischfinger ein wenig aufweichen oder zurechtbiegen.


Entscheidend ist die Platzierung der Falten. Besitzt die abgebildete Person schon welche, kann man die Originale nachziehen, ein wenig verlängern oder verzweigen. Ansonsten ist hier eine Vorlage unverzichtbar. Auch die folgenden Überlegungen sollten eine Rolle spielen: Falten werden mit dem Alter nicht nur mehr, sondern auch verästelter und kantiger. Die Mimik formt die Falten, so dass man mit diesen sehr stark den Eindruck eines griesgrämigen oder fröhlichen Menschen verstärken kann.

Altersflecken

Dies sind stärker pigmentierte Regionen der Haut.


Nimmt man als Farbe wieder einen Hautton auf und dunkelt diesen in Richtung braun ab, so sind die Altersflecken schnell aufgetupft. Wie auch die Falten tauchen diese in bestimmten Regionen bevorzugt auf und sind je nach Person eher regelmäßig oder sehr unterschiedlich groß bzw. in Haufen angeordnet.


Die Konturen der Flecken können mit dem weichgezeichnet werden. Mehrere Fleckenschichten übereinander können hilfreich sein.

Sommersprossen

Sommersprossen können die Wirkung eines fröhlichen oder frechen Gesichtes verstärken. Selbst wenige Tupfen unter den Augen haben schon einen interessante Effekt.


Sie können ähnlich erstellt werden wie Altersflecken. Die Malfarbe sollte hierbei vom Hautton zu einem dunklen Rot oder Orange hin verändert werden (mit moderater Sättigung). Beachten Sie, dass auch Sommersprossen meist nicht perfekte Kreise sind, sondern vor allem bei starkem Aufkommen unregelmäßige Ränder besitzen. Dem Weichzeichner sollte man hier moderater einsetzen.

Narben

Narben sind so vielfältig wie die Verletzungen, die man sich zuziehen kann. Schnittwunden kann man z.B. zuerst mit einem scharfkantigen Stift in einem dunkleren Rot einzeichnen (Vorsicht: zu knallige Farben wirken wie Tomatensaft und nicht wie eine verkrustete Wunde). Je nach dem, ob die Wunde eine Vertiefung oder einen Grat bildet kann man seitlich durch leicht aufgehellte bzw. abgedunkelte Hauttöne genau diesen Verlauf nachzeichnen. Ein wenig mit dem Wischfinger nacharbeiten und die Wunde integriert sich gut in die Haut.


Alte, längst verheilte Narben bestehen oft aus hellerem Gewebe (eher selten aus dunkleren Regionen) als die umgebende Haut. Mit einem weichen Pinsel sind diese schnell gezeichnet. Den Eindruck eines Wulstes oder einer Kerbe kann man wie oben durch entsprechende Aufhellung oder Abdunklung an den Seiten erreichen.


In ähnlicher Weise können Pickel, Mitesser und Warzen erzeugt werden.


Schminken und Abschminken

Arbeitszeit: 1/2 Std


Das Modell für diesen Abschnitt ist neu, aber Make-up kann auch in einem männlichen Gesicht seine Wirkung erzielen, wenn die Haut nicht so fettig wirken soll, oder wenn die Ringe unter den Augen ein wenig stören (oder erst entstehen sollen).


An dieser Stelle sind die Damen klar im Vorteil, denn je mehr man vom realen Makeup, passend zum Typ weiß, um so geringer ist die Gefahr, dass das Gesicht nach der Behandlung nach einem Sturz in den Malkasten aussieht. Wenn Ihr Ziel eine Schönheit (dieser Begriff ist natürlich strittig) aus einem Hochglanzmagazin ist, dann ist ein Blick in selbiges anzuraten. Auch Schminktips sind hilfreich, den nirgends in diesem Artikel ist die reale Technik der virtuellen so nah.


Makeup und Puder

Hiermit soll ein gleichmäßiger Teint hergestellt werden. In Gimp kann ein ähnlicher Effekt erreicht werden, indem man mit einem Pinsel niedriger Deckkraft großflächig Bereiche des Gesichts übermalt. Die Glanzlichter auf der Nase (dadurch tritt sie etwas in den Hintergrund und wirkt zarter) und an den Wangen können abgemildert werden und die Schatten werden leicht aufgehellt. Unter den Augen wirkt diese Technik wie ein Concealer, lässt Tränensäcke zurücktreten und frischer wirken.


Eventuell kann der Effekt noch verstärkt werden, indem man in einer zusätzlichen Ebene im Modus Farbe das Gesicht großflächig gleichmäßig einfärbt.


Vorsicht vor zu viel, sonst passiert ähnliches wie in der Realität: das Gesicht scheint frisch verputzt und nicht mehr natürlich. Auch sollte man nicht vergessen durch passende Auswahlen dafür zu sorgen, dass nicht über das Gesicht hinaus gemalt wird.


Lidschatten und Rouge

Beides wird nur dünn aufgetragen und verändert nur die Farbe, kaum aber die Struktur der Haut. Deshalb sollten diese in einer eigenen Ebene, wieder im Modus Farbe aufgetragen werden.


Für das Rouge sollte man einen aufgenommenen Hautton in Richtung Rot oder Bronze abändern, beim Lidschatten entscheidet Augenfarbe, Geschmack, Mode und so viel mehr, dass hier schwerlich einheitliche Regeln aufgestellt werden können. Aber im Allgemeinen sollte man eher Pastellfarben verwenden, die etwas heller erscheinen als die Haut.


Rouge kann gezielt eingesetzt werden um bestimmte Gesichtspartien zu betonen (also nicht nur auf den Wangen). Beides sollte mit weichem und sehr transparentem (max. 10 %) Pinsel behutsam in mehreren Schichten aufgetragen werden.


Nimmt man statt neuer Farben Hauttöne, so kann mit der gleichen Technik bereits in einem Foto vorhandenes Make-up entfernt werden. Dadurch wirkt ein Gesicht schnell natürlicher, oft auch jugendlicher (bei Elfen also unbedingt anzuraten).


Brauen und Wimpern

Die Brauen können mit mehreren Schichten "Puder und Makeup" (s.o.) verschmälert werden, auch IWarp kann hier helfen, sollte aber behutsam eingesetzt werden. Das Nachzeichnen kann mit einem dünnen Pinsel und vielen Einzelstrichen geschehen, sonst wirken die Augenbrauen schnell wie ein Stück aufgeklebtes Plastik.


Wimpern können mit einem dunklen, scharfen und dünnen Pinsel nachgezeichnet werden, bei dem Verblassen auf eine passende Länge eingestellt wird. Danach sollte man sie etwas weichzeichnen. Und wieder gilt: weniger ist mehr.


Lippen

Auch hier ist ein Studium des Originals an passenden Bildern oder im Spiegel hilfreich. Es kommen zwar keine neuen Techniken hinzu, aber hier lassen sich viele der schon behandelten Möglichkeiten kombinieren. Dabei sollte man nicht vergessen, dass der Mund gleich nach den Augen entscheidend für den Gesichtsausdruck ist.


Wenn die Lippen in ihrer grundlegenden Form verändert werden sollen, dann kann wieder IWarp helfen. Schmalere Lippen wirken meist strenger, vollere Lippen angeblich erotisch, aber übertreiben Sie hier nicht, denn sonst bekommt man schnell den Eindruck von Silikonlippen.



Ein Ausbessern von kleinen Unregelmäßigkeiten kann sinnvoll sein, während in umgekehrter Richtung schon kleine Unregelmäßigkeiten oder Hautfetzen die Lippen spröde und damit die Person ungepflegt oder sogar halb verdurstet wirken lassen.


Zuletzt sind die Glanzlichter entscheidend für den Gesamteindruck. Schwach und relativ großflächig wirken die Lippen eher trocken evtl. aber natürlicher. Klein und heller erhalten die Lippen Glanz und wirken gesünder aber bei zu viel schnell extrem geschminkt (aber vielleicht ist Hollywoodlippgloss ja das Ziel).